In der DDR waren Hochwasserschäden in der Wohngebäude- und Hausratversicherung obligatorisch abgedeckt

"Staatliche Versicherung der DDR für die Erweiterte Haushaltversicherung" - Anschnitt. Kompletter Versicherungsschein siehe unten.

„Staatliche Versicherung der DDR für die Erweiterte Haushaltversicherung“ – Anschnitt. Kompletter Versicherungsschein siehe unten.

Aufgrund des Hochwassers in weiten Teilen Bayerns, Sachsens und Thüringens fragen sich viele Hausbesitzer, ob ihre Versicherung alle Schäden abdeckt. Nur durch eine Elementarschadenversicherung sind Schäden die durch Hochwasser, Schneedruck, Lawinen, Erdbeben, Erdfall und Erdrutsch, gegebenenfalls auch Starkregen und Rückstau entstehen, abgedeckt. Das Versicherungsportal www.geld.de hat sich daher näher mit den Policen beschäftigt und einige Informationen zusammengefasst, die Betroffene wissen sollten.

In alten Ost-Policen war der Versicherungsschutz bei Hochwasser besser

Die gute Nachricht ist: Sehr viele ehemalige Bürger der DDR, die noch über Gebäudeschutz- und/oder Hausratversicherungen aus der Vorwendezeit verfügen, sind bei Hochwasser gegen sogenannte Elementarschäden abgesichert, so geld.de. Diese Policen der „Staatlichen Versicherung der DDR“ wurden nach der Wiedervereinigung vom Versicherer „Allianz“ übernommen. Elementarschäden, die durch eine Flut, aber auch durch steigendes Grundwasser auftreten, sind beispielsweise in der DDR-Haushaltversicherung abgedeckt. Wer heute in den neuen Bundesländern ein Haus kauft, welches noch mit einer alten „DDR-Police“ versichert ist, hat nach Kauf die Möglichkeit, die Gebäudeversicherung zu alten Bedingungen, das heißt inklusive Hochwasserversicherung, zu übernehmen. Das empfehlen sehr viele Hausbesitzer und Versicherungsmakler.

Bei neu abgeschlossenen Gebäude- und Hausratversicherungen ist die erweiterte Elementarversicherung jedoch nicht automatisch im Versicherungsschutz enthalten. Somit werden ohne den gesonderten beitragspflichtigen Einschluss einer erweiterten Elementarschadenversicherung auftretende Schäden durch Hochwasser, Schneedruck, Lawinen, Erdbeben, Erdfall und Erdrutsch, gegebenenfalls Starkregen und Rückstau, nicht standardmäßig mitversichert. Nur wer eine Police mit erweiterter Elementarschadenversicherung abschließt, bekommt zum Beispiel bei Hochwasser Geld von der Versicherung.

Problem: Wer einmal Hochwasser hatte, dürfte nur noch schwer eine Versicherung gegen Hochwasserschäden erhalten. In so einem Fall helfen dann gegebenenfalls mit sogenannten Hilfsprogrammen nur sehr eingeschränkt der Staat oder soziale Einrichtungen. Ein vollständiger Schadenersatz kann über diese Nothilfen nicht zu erwarten sein. Deswegen sind bestehende Versicherungen aus DDR-Zeiten in Problemzonen so wertvoll. Grundsätzlich ist jeder Eigentümer für die Organisation seiner Versicherungen selbst verantwortlich.

Hausbesitzer sollten jetzt noch eine Gebäude- und Hausratversicherung mit einer Elementarschadenversicherung abschließen

Allerdings liegen nur etwa 1 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland in solchen von Hochwasser bedrohten Problemzonen. Ein wichtiger Grund für alle anderen Hausbesitzer, noch jetzt ihren Versicherungsschutz auf das Vorhandensein einer Elementarschadenversicherung in der Gebäude- als auch in der Hausratversicherung zu prüfen und beide Versicherungen entsprechend nachzurüsten. So sind Gebäude und Hausrat vor drohenden Schäden durch die oben genannten Naturkatastrophen umfänglich versichert.

Auch Bewohner von Mietwohnungen sollten Ihre Hausratversicherung auf das Vorhandensein der Elementarversicherung prüfen, damit sie gegen Elementarschäden versichert sind und sich nach einem Schadenereignis zum Beispiel durch Hochwasser wieder neu einrichten können. Oft werden von den Mietern die sich in den angemieteten Kellerräumen befindlichen Sachen vergessen.

Ein www.geld.de vorliegender DDR-Versicherungsschein von 1988 für eine 3-Zimmer-Wohnung beinhaltete für 77 DDR-Mark pro Jahr die erweiterte Haushaltversicherung, die folgende Schäden abdeckte:

  • Für die Sachen des Haushaltes gegen Schäden durch Brand, Explosion, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Raub und Elementarereignisse, in bestimmten Umfang auch gegen Schäden durch Diebstahl und Transportmittelunfall;
  • Für alle zum Haushalt gehörenden Personen gegen Schadensersatzansprüche aus der Verantwortlichkeit für Schadenszufügungen (Haftpflichtversicherungsschutz),
  • Gegen Schadensersatzansprüche aus der Verantwortlichkeit für Schadenszufügung als Halter von Hund(en).

Was kann man gegen steigendes Wasser tun?

Nicht nur Hochwasser aus Überflutungen ist ein Problem. Schäden, die nicht durch Oberflächenwasser (Flut), sondern durch steigenden Grundwasserspiegel an Häusern, Gärten und sonstigen Anlagen entstehen, werden vor allem in Ostdeutschland aber auch im Ruhrgebiet oder im Saarland nach Angaben von geld.de-Experten zunehmen. Das heißt: Viele der nun in Ostdeutschland aufgetretenen „Überschwemmungen“ sind besonders auch dem steigenden Grundwasserspiegel zuzuschreiben – und sind damit nicht versichert. Deswegen sollten Betroffene unbedingt per Foto- oder Videokamera dokumentieren, wie der Schaden zu Stande kam.

Moderne Gebäude verfügen bereits über Grundwasserauffangbecken oder über einen Brunnen, mit dessen Hilfe der Grundwasserspiegel, etwa unter dem Haus oder Garten, permanent etwas gesenkt werden kann. Hier gibt es beispielsweise die Möglichkeit das Grundwasser als sogenanntes Zweitwasser („benutztes Wasser“), für die Wasserversorgung des Hauses als Nichttrinkwasser (zur Benutzung von Toiletten etc.) zu verwenden. Dafür können allerdings Investitionen bis zu 150.000 Euro nötig werden.

Hauskäufer sollten vor dem Kauf ein aktuelles Gutachten verlangen, dass über den Grundwasserspiegel Auskunft gibt. Gegebenenfalls sollte das Haus in eine Wanne gebaut werden, die allerdings auch keinen hundertprozentigen Schutz bieten kann, da auch hier im Laufe der Zeit Risse entstehen können, durch die wiederum Wasser ins Haus eindringt. Risse können beispielsweise durch Erdbewegungen wie im Ruhrgebiet oder im Saarland, als Nachwirkung des extrem tiefen Bergbaus (bis zu 2.000 Meter tief wurde gegraben), entstehen. Das kann zum „Schwimmen“ des Hauses führen, was wiederum weitere Probleme verursacht.

Versicherungsrechner von geld.de helfen beim Vergleich von Wohngebäudeversicherungen und Hausratversicherungen und bieten zahlreiche  Angebote.

Foto: Download und kostenloser Abdruck unter Quellenangabe „geld.de“ zulässig

Ein von Hochwasser umgebenes Haus in Zedtlitz bei Borna

Ein von Hochwasser umgebenes Haus in Zedtlitz bei Borna

 

Foto: Download und kostenloser Abdruck unter Quellenangabe „geld.de“ zulässig

Häuser vom Hochwasser umspielt in Pirna am Elbufer

Häuser vom Hochwasser umspielt in Pirna am Elbufer

 

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„Staatliche Versicherung der DDR für die Erweiterte Haushaltversicherung“ inklusive
Elementarschadenabdeckung

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