120-Städte-Studie Wohnungseinbruchdiebstähle: Jede 176. bewohnte Wohnung ausgeraubt / Über 420 Mio. Euro Schaden / Jede dritte Minute eine Straftat

Fast 150.000 Einbrüche in Deutschland / 3,7% mehr Einbrüche / 25% der Delikte im November und Dezember / Bis zu 73% ausländische Tatverdächtige / Polizei machtlos: 85% der Delikte werden nicht aufgeklärt

Geld.de: Ballung der Straftaten in Westdeutschland

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Den Deutschen läuft sprichwörtlich die Zeit davon: Denn mittlerweile wird in Deutschland statistisch betrachtet fast jede dritte Minute eine Wohnung oder ein Haus gewaltsam aufgebrochen und ausgeräumt (2012: jede vierte Minute). Im Jahr 2013 ereigneten sich rund 150.000 Wohnungseinbrüche (149.500) in Deutschland. Dies bedeutet einen Kriminalitäts-Anstieg von 3,7% gegenüber dem Jahr 2012 und eine bei der Polizei angezeigte Schadenssumme von 427 Mio. Euro. Rund 25% der Delikte ereigneten sich in den Monaten November und Dezember. Doch hinter diesen „nackten“ Zahlen stehen nicht nur materieller Verlust sondern auch Angst, Panik und Ohnmacht der Einbruchs-Opfer.

Das erschreckende Ergebnis der Studie des Versicherungsvergleichsportals Geld.de (0,32 Mio. Nutzer im Monat**): In Deutschland wird jede 176. bewohnte Wohnung bzw. jedes bewohnte Haus* von Kriminellen aufgebrochen und ausgeräumt – zumindest in den 120 größten Städten, so die Hochrechnung. Besonders im Fokus bei den Kriminellen sind die anonymen Großstädte: Hier leben viele potentielle Opfer auf engem Raum. Über 52% (76.967) der in Deutschland zur Anzeige gebrachten Einbrüche wurden allein in den 120 größten Städten verübt.

Unsichere Städte – Einbruchshochburgen vor allem in Nordrhein-Westfalen

Die brutale Wirklichkeit: Bereits über ein Drittel (35%) aller untersuchten 120 deutschen Städte sind Einbruchshochburgen. Darunter finden sich Metropolen wie Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt/ Main, Berlin oder Hannover und viele Städte in der so genannten Rhein-Schiene. Weiter Informationen in der Deutschlandkarte und Tabelle „unsichere Städte“

Gemessen an der Anzahl der bewohnten Wohnungen und der bei der Polizei gemeldeten Wohnungseinbrüche, ist Bremerhaven die Einbruchshochburg in Deutschland. In der Stadt an der Wesermündung war im Jahr 2013 statistisch betrachtet jede 70. bewohnte Wohnung (Whg.) von einem Einbruch betroffen (absolut 862 Einbrüche). Platz zwei bei den Einbruchshochburgen belegen Bonn und Recklinghausen. In der ehemaligen Bundeshauptstadt am Rhein wurde jede 81. Wohnung von Einbrechern heimgesucht (absolut 1.747 Einbrüche). Auf die gleiche Einbruchsquote kommt auch Recklinghausen. Die Stadt im nördlichen Ruhrgebiet verzeichnete jedoch „nur“ insgesamt 643 Wohnungseinbrüche. Einbruchs-Eldorados sind auch Köln und Oberhausen. Jede 94. Wohnung ist in Köln (absolut 5.055 Einbrüche) und jede 99. in Oberhausen (absolut 982) betroffen.

Geld.de: Top 10 der Einbruchshochburgen

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Auffällig ist die Ballung der Einbrüche entlang der sogenannten Rhein-Schiene. Neben Bonn und Köln zählen auch Aachen (jede 106. Wohnung ausgeraubt, absolut 1.242 Einbrüche), Neuss (jede 108. Whg., absolut 578), Düsseldorf (jede 109. Whg., absolut 2.680), Krefeld (jede 128. Whg., 846), Leverkusen (jede 130. Whg., 548), Duisburg (jede 132. Whg., 1.670) oder Moers (jede 141. Whg., 338) zu den Einbruchshochburgen, die von den Diebesbanden planmäßig heimgesucht werden. Hinzu kommt noch ein beträchtliches Einbruchsaufkommen entlang der Ruhrgebietsautobahn A40, etwa in Bochum (jede 113. Whg., 1.549), Dortmund (jede 114. Whg., 2.464), Essen (jede 119. Whg., 2.381) und Essen (jede 121. Whg., 2.349). Weitere Informationen in der Tabelle „unsichere Städte“

Nach Hochrechnungen ergibt sich aus diesen „Raubzügen“ ein angezeigter Schaden von über 420 Mio. Euro. Das heißt: jeder Einbruch verursacht durchschnittlich einen Schaden von rund 3.000 Euro. Nicht messbar sind die psychischen Schäden und die traumatischen Nachwirkungen bei den Einbruchs-Opfern.

Fest steht: Das eigene Heim ist unsicherer denn je. Denn die so genannten Wohnungseinbruchdiebstähle haben nach Recherchen von Geld.de den höchsten Stand der vergangenen acht Jahre erreicht. Das Ausplündern von Haus oder Wohnung verbreitet sich wie ein Flächenbrand. Besonders auffallend ist die immense Ballung der Diebstahlhochburgen in Nordrhein-Westfalen. Von 30 untersuchten Städten zwischen Rhein und Ruhr finden sich 24 im Bereich Diebstahlhochburgen wieder. Die Polizei scheint machtlos. In deutschen Metropolen wie etwa Hamburg, Berlin oder Köln liegen die Aufklärungsquoten nur zwischen 7,2% und 8,4%. Weitere Informationen in der Tabelle „unsichere Städte“

Balkanisierung Deutschlands: Immer mehr „nichtdeutsche Tatverdächtige“: Stuttgart 73%, Heilbronn 70%

Über 31% der in Deutschland verübten Wohnungseinbruchdiebstähle gehen auf das Konto von sogenannten „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. Waren es im Jahr 2010 noch 23,1%, 2011 24,3% und 2012 28,8% sind es nun deutschlandweit 31,1% – in einigen Städten sogar 73,3%.
Oft kommen die Täter – meist organisierte Kriminelle – aus Süd-Osteuropa, etwa aus Ländern wie Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzegowina oder dem Kosovo. Aber auch polnische und türkische Tatverdächtige finden sich zusehends unter den ermittelten Kriminellen. Insgesamt machen diese genannten Nationalitäten 53% der ermittelten „nichtdeutschen“ Tatverdächtigen aus. Weitere Informationen im Diagramm

geld.de: Zunahme von nichtdeutschen Tatverdächtigen und Abnahme der Aufklärungsquoten.

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Nach Recherchen von Geld.de sind auch Sinti- und Roma-Clans, in Behördenkreisen auch „Rotationseuropäer“ genannt, darunter. Sie werden meist aus grenznahen Gebieten angrenzender westeuropäischer Nachbarstaaten nach Deutschland gebracht, schlagen vor allem im Rhein-Main-Gebiet und Nordrhein-Westfalen zu und verschwinden wieder.

Hauptgrund für diese so genannte „Balkanisierung“ Deutschlands sind die Folgen der EU-Erweiterung nach Ost- und Südosteuropa und der Abbau der Grenzkontrollen. Abhilfe scheint nicht in Sicht. So sprechen folgende Zahlen Bände. Die Polizei Stuttgart ermittelte für das Jahr 2013 enorme 73,3% „ausländische Tatverdächtige“. Ähnlich katastrophal sind die Daten auch in Heilbronn (70%), Bottrop (68%), Darmstadt (65,2%) oder Bergisch Gladbach (63,4%). Auf Länderebene sieht es ähnlich aus: So führen die Länder Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg das Ranking an. An der Elbemündung sind über 52,6% der ermittelten Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft, in der Bundeshauptstadt 46,3% und im Flächenland Baden-Württemberg immerhin noch 43,6%. Weitere Informationen in der Tabelle „unsichere Städte“

Aufklärungsquoten und Aufklärungsarbeit

Die Ermittlungsbehörden führen seit Jahren ein Kampf gegen Windmühlenflügel, wenn man sich die Aufklärungsquoten anschaut. Denn fast 85% aller Wohnungseinbrüche bleiben bundesweit unaufgeklärt. Besonders fatal dabei: Der seit Jahren akute chronische Personalmangel bei der Polizei. Und vor dem Hintergrund, dass bei 149.500 Wohnungseinbrüchen die organisierte Kriminalität die Feder führt, sind solche Quoten erschreckend. Auffällig: Die Aufklärungsquoten sind gegenüber 2012 noch schlechter geworden. Während die Quote 2011 noch bei 20,3% lag, war sie in 2012 bereits bei 15,7% angekommen. Im Jahr 2013 lag sie bundesweit letztlich bei 15,5%. Weitere Informationen in der Tabelle „Bundesländer“

Wenige Einbrüche / sichere Städte im Süden und Südwesten

Wohnungseinbruchdiebstähle sind im Süden und Südwesten (Bayern und Baden-Württemberg) Deutschlands zwar nicht aus der Welt, doch im Vergleich zur restlichen Republik kaum an der Tagesordnung. Von den 25 als sicher klassifizierten Städten liegen 20 in diesen beiden Bundesländern. Besonders sicher wohnt es sich im ländlich geprägten Bayern, Franken, im Allgäu oder in Schwaben. In Bamberg etwa, ereigneten sich 2013 nur 22 Einbrüche. Statistisch betrachtet ist damit nur jede 1.626. Wohnung in der fränkischen Stadt betroffen. Ähnlich „behütet“ wohnt es sich in Kempten (jede 1.592. Whg., absolut 21), Erlangen (jede 1.216. Whg., absolut 45), Bayreuth (jede 1.161. Whg., absolut 32), Aschaffenburg (jede 1.035. Whg., absolut 34) oder Augsburg (jede 890. Whg., absolut 48). Aber auch die thüringischen oder mecklenburgisch-vorpommerschen Städte Suhl (jede 1.592. Whg., absolut 12), Gera (jede 1.386. Whg., absolut 37), Neubrandenburg (jede 773. Whg., absolut 45) und Stralsund (jede 726. Whg., absolut 39) zählen zu den sicheren Kommunen. Weitere Informationen in der Tabelle „sichere Städte“

Im Visier der Diebesbanden

Was bei Einbrüchen zählt, ist die Zeit. Die Einbrecher versuchen möglichst schnell und geräuschlos in das Haus oder die Wohnung zu gelangen. Das heißt für die Bewohner, es den Kriminellen so schwer wie möglich zu machen. Geld.de gibt einige Tipps:

1. Schützen Sie Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherungen. Balkontüren und Fenster sollten auch geschlossen werden, wenn man nur kurz das Haus verlässt.
2. Lampen mit Zeitschaltuhren täuschen Ihre Anwesenheit vor und schrecken Einbrecher ab.
3. Briefkasten während des Urlaubs von Nachbarn leeren lassen.
4. Einbruchsschutz bietet soziale Kontrolle in der Nachbarschaft. Melden Sie verdächtige Personen, Fahrzeuge und Beobachtungen der Polizei.
5. Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Wichtige Dokumente und Schmuck in einem Schließfach bei Ihrer Bank deponieren oder im Tresor aufbewahren.
6. Eine Hausratversicherung ist ein Muss. Sie kommt für Schäden nach Einbrüchen auf, z.B. http://www.geld.de/hausratversicherung.html

Einbrecher belasten sich kaum mit großem, sperrigem, gar schwerem Diebesgut. Im Fokus stehen neben Schmuck, teuren Uhren oder Bargeldbeständen auch Smartphones, Tablet-PCs, Laptops oder Festplattenrecorder, also Dinge, die sie leicht transportieren und auch schnell zu Bargeld machen können. Mittlerweile werden auch gerne Autoschlüssel beim „Bruch“ als „Abfallprodukt“ mitgenommen. Für die Opfer heißt das: Nicht nur die Wohnung ist aufgebrochen und ausgeräumt, auch der PKW vor dem Haus ist womöglich weg.

Die vollständige Studie finden Sie in der Pressemappe

*Quelle: Geld.de, Stand: 20.10.2014, Angaben zu Straftaten basieren auf PKS der zuständigen Polizeidienststellen 2013 und 2012, PKS Landeskriminalämter 2013 und 2012 und PKS Bundeskriminalamt 2013 bis 2006. Daten zu Görlitz betreffen „Diebstahl insgesamt in/ aus Wohnungen“. Basis zur Berechnung der bewohnten Wohnungen destatis Mikrozensus-Zusatzerhebung 2010. Bei Aachen, Aalen, Amberg, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Bergisch Gladbach, Celle, Chemnitz, Coburg, Dresden, Erlangen, Esslingen, Freising, Fulda, Fürth, Garmisch-Partenkirchen, Gießen, Görlitz, Göttingen, Hanau, Heide, Hildesheim, Hof, Ingolstadt, Kempten, Konstanz, Leipzig, Ludwigsburg, Lüneburg, Minden, Moers, Mülheim/ Ruhr, Neumünster, Neunkirchen, Neuss, Recklinghausen, Regensburg, Reutlingen, Siegen, Schweinfurt, Tübingen, Würzburg und Zwickau Schätzungen der bewohnten Wohnungen von Geld.de.de auf Basis der Anzahl der Haushalte und Anzahl der Haushaltsmitglieder. Rosenheim und Weiden: Wohnungen gesamt. Städte die eine um 50% höhere Einbruchsquote verzeichnen als der Durchschnittswert werden als Hochburgen klassifiziert.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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